Nicht nur Kulinarisches wurde den rund 600 Besuchern der Vernissage unter dem Motto „Himmel un Ääd“ serviert, als Denise Stangier-Remmert (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks am Niederrhein) und Kammerpräsident Prof. Wolfgang Schulhoff am Sonntag, 29. November 2009, um 11:00 Uhr die 19. Ausgabe der UNIKATE eröffneten. Die gelungene Sonderschau, die alljährlich unter einer anderen Überschrift die künstlerischen Interpretationen der Ausstellungsteilnehmer offenbart, lockt diesmal mit rheinischem Blick auf Himmlisches und Irdisches – oder wie Irene Leister „frei nach Shakespeare“ ins Rheinische übersetzt: „Et jit Saache toesche Hömmel un Ärd, do hatt ür en de Schull noch nie jet vann gehoet“. Ihre Objekte aus Papier, Keramik und Draht scheinen zu schweben. Mit dem Raum zwischen Himmel und Erde beschäftigen sich auch Horst Göbbels, der mit seiner „Jakobsleiter“, komponiert aus Keramik, Steinen und Holz, einen Vers aus Genesis zitiert oder Goldschmiedin Susanne Waller, die die ebendort angesiedelte „Phantasie“ mit einfachen Drahtfiguren „spielen“ lässt. Und sollte jemand vergessen haben, wie man „Himmel un Äad“ kocht, liefert Ursula Parry-Schmieg das Rezept dazu. Zum Mitnehmen. Für gewohnt qualitätvolle kunsthandwerkliche Einzelstücke sorgen in der weihnachtlichen Verkaufsausstellung 44 TeilnehmerInnen (darunter 7 TrägerInnen des renommierten NRW-Staatspreises) aus dem gestaltenden Handwerk, die ihre kreative Produktion in den Kategorien Glas, Holz, Keramik, Leder, Textil und Schmuck sowie Stein, Papier und Objekte zeigen. Mit gleich 11 Düsseldorfer Kunsthandwerkern ist die Landeshauptstadt besonders stark vertreten. Auch hier reicht die Bandbreite vom bodenständigen Gebrauchsgegenstand bis zum künstlerischen Objekt: Kraftvoll, erdig geben sich die warmen Herbsttöne der aufwändig hergestellten Kleider und Accessoires im Bereich Textil, z. B. bei Vivian Hackbarth, Susanne Hinz, Nicola Tigges und Jörg Ballnath. Paradiesisch leicht hingegen die Glaskunst von Uta Majmudar, die unter dem hintersinnigen Titel „Burkha - Augengitter“ eine Arbeit aus einer Vielzahl von kleinen Spiegeln und feinem Draht präsentiert. Auch gibt es durchaus unerwartete Brüche: Keramik kommt als zarte Porzellanschale (Göbbels) oder schweres Steinzeug (Karthausen) daher. Stein wächst in den Skulpturen von Werner Jacobs in die Höhe, Leuchtkörper aus Keramik von Christel Moehring verbinden gar Erde und Licht in einem Objekt. Sowieso himmlisch: die Abteilung Schmuck, traditionell in der Vorweihnachtszeit am stärksten vertreten. Hier zieht eine Kette aus Blattgoldelementen von Katja Pollock die Blicke auf sich. |